Piazza Italia auf der IBO

Ein Hauch von „Dolce Vita“, der Duft frischer Pizza, von kräftigem Espresso und gereiftem Parmaschinken, Leichtigkeit und gelegentlich die Muße des „Dolce fare niente“ – Wer die IBO in Friedrichshafen besucht, erlebt auf der Piazza Italia ein Stück echtes Italien. Jahr für Jahr verwandelt sich ein Teil der Messehalle in eine mediterrane Kulisse voller Lebensfreude, Genüsse und Gastfreundschaft. Und das gelingt nicht zufällig, sondern mit reichlich Aufwand, Inbrunst und Liebe zum Detail.

Reiseangebote nach Italien stehen im Mittelpunkt, doch die Besucher erwartet noch viel mehr: Eine sinnliche Entdeckungsreise. Hier trifft man auf italienischen Käse, würzige Oliven, luftgetrockneten Schinken und natürlich die original italienische Pizza in verschiedensten Variationen. Ein cremiges Gelato darf ebenso wenig fehlen wie ein kräftiger Kaffee an der Bar – serviert mit einem Lächeln, wie man es nur südlich der Alpen kennt.

Die Atmosphäre der Piazza Italia lebt aber nicht vom guten Essen allein. Es könnte das Zusammenspiel aus anmutiger Dekoration mit originalgetreuen Fassaden, statt nur liebevoll gestalteten Marktständen, hervorrufen, das dieses einzigartige und authentische Italien-Gefühl entstehen lässt. Der Aufwand für diese Kulisse ist enorm – die Lagerhaltung, der Auf- und Abbau sowie die logistische Organisation lohnen sich kaum für wenige Tage. Dieses Problem ist den Machern der IBO bekannt.

Doch viel wichtiger ist die Gemütslage, das Gefühl, die Emotionen. Ein feiner Espresso an der Bar und später eine schmackhafte Pizza Amalfi, die Reiseträume weckt. Dies, während ein Rentnerehepaar von der Reise zum Papst schwärmt, der Audienz und der Privatführung durch die Sixtinische Kapelle. Vor dem Nachhauseweg noch ein feines Eis gehört auch noch dazu.

Gerade in Zeiten, in denen viele Veranstaltungen aufs Notwendige reduziert werden, könnte die IBO dadurch ein starkes Zeichen für andere Veranstalter sein, indem sie mit ihrer Piazza Italia weiterhin an ihrem hohen Anspruch festhält, und am Ende auch eine Aufgabe an ENIT, den italienischen Tourismus, stellt. Denn nur mit einigen Essensständen ist der Weg zum Erfolg nicht geebnet. Was zählt, ist das vielschichtige Gesamterlebnis; darin besonders jenes Lebensgefühl, das Menschen verbindet und die Reiselust weckt.

Damit dies gelingt, erfordert es neben Ausstellern, die ihre Umsatzziele beachten, auch Persönlichkeiten, Gastronomen, Künstler – Menschen, die mit Leidenschaft dabei sind. Straßenmusiker, die italienische Lieder spielen, freundliche Gastgeber, die Geschichten erzählen, kurze Begegnungen, die berühren. Das ist es, was einem Messebesuch besonderen Reiz verleiht.

Doch die Herausforderungen wachsen. Von Jahr zu Jahr wird es schwieriger, passende Aussteller zu finden und die Piazza mit Leben zu füllen. Dennoch gelingt es dem Organisationsteam immer wieder, die Piazza Italia zu einem Herzstück der Messehalle für Reisen zu machen. Dafür gebührt ihnen aufrichtiger Dank – und den Besucherinnen und Besuchern die Einladung, sich für einen Moment dennoch wie in Italien zu fühlen.




Freizeit Messe Reise, Genuss und Zuhause

Die Freizeit Messe Nürnberg zählt zu den vielfältigsten Publikumsmessen Süddeutschlands. Wer hierher kommt, findet weit mehr als nur Reiseangebote. Das breite Spektrum reicht von Camping und Outdoor-Abenteuern bis hin zu Genuss, Mode und Gartenträumen – eine ideale Plattform für alle, die ihre Freizeit aktiv und kreativ gestalten möchten.

Informationen zur Freizeit Messe Nürnberg:

Die Freizeit Messe Nürnberg ist eine jährlich stattfindende Veranstaltung, die sich an Besucher mit Interessen in den Bereichen Reisen, Garten, Outdoor und Freizeitgestaltung richtet. Neben zahlreichen Ausstellern, die Reiseziele und Freizeitangebote präsentieren, gibt es auch spezielle Bereiche für Gartenliebhaber, in denen neueste Trends und Produkte vorgestellt werden. Die Messe bietet zudem ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Vorträgen, Workshops und Mitmachaktionen, die den Besuchern Inspirationen für ihre Freizeitgestaltung geben.

Besonders beeindruckend ist die Auswahl an Campern und Wohnmobilen, die vor Ort besichtigt werden können – perfekt für Reiselustige, die Freiheit und Flexibilität suchen. Für sportlich Aktive gibt es zusätzlich eine breite Palette an Fahrrädern und E-Bikes zum Ausprobieren. Und wer es noch dynamischer mag, testet sein Können auf dem Pumptrack – einer Wellenbahn für Bikes und Boards.

Ein echtes Highlight ist der große Wasserpool in der Messehalle, der zum Stand-Up-Paddling einlädt. Hier können Besucher direkt aufs Board steigen und sich einen Hauch von Urlaub ins Herz holen – mitten in Nürnberg. Daneben locken aktuelle Modetrends, stilvolle Wohnideen und praktische Tipps für Gartenliebhaber.

Nicht zuletzt ist die Freizeit Messe auch ein Fest für die Sinne: Das kulinarische Angebot begeistert mit regionalen Spezialitäten, internationalen Köstlichkeiten und innovativer Streetfood-Küche. Hier kann man nach Herzenslust probieren, genießen – und sich vielleicht auch für die nächste Reise kulinarisch inspirieren lassen.

Mit den Touristikern beleuchte ich die Chancen des DeutschlandTickets, meiner Recherchearbeit des letzten Jahres. Jetzt möchte ich mich eingehend mit Burgreisen beschäftigen, und dazu erweist sich natürlich Nürnberg als idealer Ort. Denn Nürnberg liegt schliesslich an der Burgenstraße, der Romantischen Straße sowie an der Bierstraße.

Ob für einen Tagesausflug, neue Reisepläne oder frische Ideen für Haus und Garten – die Freizeit Messe Nürnberg ist ein bunter Mix aus Erlebnis, Information und Genuss. Ein Besuch lohnt sich für alle, die das Leben in seiner Vielfalt entdecken wollen.

Wir sind dort gewesen, um uns über Reisen zu informieren. Das Angebot zeigte vor allem Ausflugsideen in die nähere Umgebung hinein, ein bisschen Italien, Österreich und Kroatien. Der Deutschland-Tourismus oder auch die Schweiz oder Frankreich hätten beachtlich hohes Potenzial, sich hier zu präsentieren. 


2026, auf dem Weg von der ITB Berlin zurück in Richtung Schweiz, unternahm ich einen Abstecher an „die Freizeit“.

Von der “Urlaub 66“ zur “Bürokratie 26”

Die Geburtsstunde der heutigen Messe schlug im Frühjahr 1966 unter dem Namen „Urlaub 66“ am Nürnberger Berliner Platz. Damals, an den Wochenenden, platzen die Hallen aus allen Nähten, während unter der Woche gähnende Leere herrschte; letzteres dank Vollbeschäftigung. Heute, zum 60. Jubiläum, hat sich das Bild gewandelt: Die Hallen repräsentieren sich moderner, doch deren Stimmung fällt oft durch Klagen auf.

Weniger Jammern, mehr Bewegung

In den Gängen vernimmt man oft das Jammern von Ausstellern über die Kaufzurückhaltung. Doch statt über leere Hallen zu klagen, sollte der Fokus auf das gerichtet werden, was diese Messe eigentlich ausmacht: einen direkten Draht zu den Menschen. Besonders die Halle mit den Vereinsaktivitäten zeigt, dass sich ein gesteigertes Interesse abzeichnet, vorausgesetzt, man schafft den nötigen Platz für diese Begeisterung. Viele Menschen müssen unter der Woche arbeiten, wodurch unterm Strich weniger übrig bleibt.

Die Ära der bloßen Gewinnmaximierung und künstlicher Messepreise gehört der Vergangenheit an, da heute echte Authentizität im Vordergrund steht. Wer also nur auf die Rendite schielt, verliert den Gast von morgen. Überdies sollten Messeveranstalter engagiert fungieren, indem sie die Anreise mit dem ÖPNV in das Eintrittsticket integrieren. Die Organisatoren der Freizeit Messe Nürnberg setzten genau dies um und konnten dadurch bei mir punkten.

Während die Messe feiert, krankt aber die die praktische oder konsequente Umsetzung an vielen Urlaubszielen. Denn etliche Touristiker vor Ort strengen sich kaum noch an, sitzen lieber in endlosen Arbeitskreisen fest und „ersäufen sich“ förmlich in der Bürokratie. Anstatt das Fundament für authentische Erlebnisse zu legen, wird verwaltet.

Dabei existiert eine prächtige Burgenstraße, eine Märchenstraße und eine Bierstraße. Aber nach einer „Bierschiene“ oder nach anderen Angeboten, die mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar wären, sucht man vergeblich. Diesbezüglich sollte vor allem die Politik die Preisspirale hinsichtlich des Deutschlandticket stoppen, damit Ausflüge und Reisen bezahlbar bleiben. Denn die Mittel sollten den Bürgern zugutekommen, anstatt sie im Krieg zu „verballern“. Da genau hier die Chance für den Tourismus liegt, hochwertige Angebote zu etablieren.

Ein Schweizer Busreiseveranstalter bringt es auf den Punkt:

„Wir würden gerne mehr Reisen in Europa anbieten, doch es ist mühsam. Wir sind Bittsteller, obwohl wir die Gäste bringen.“

Es ist paradox: Diejenigen, die die Reisebranche am Laufen halten und die Busse füllen, müssen um Gehör betteln, während die Verwaltung in den Zielgebieten zunimmt.

Fazit zum Jubiläum

Schon 1966 trieb die Nürnberger die Sehnsucht nach dem „wohlverdienten Urlaub“ an. Damals quälte man sich im vollbeladenen Käfer über die Alpen. Heute liegen Ziele auf allen fünf Kontinenten im Programm. Doch damit das Reisen in Europa zukunftsfähig bleibt, sollten die Touristiker raus aus ihren Büros und wieder aktiv auf die Menschen zugehen. Auf der „Freizeit“ bietet sich diese Möglichkeit. 

Ich wünsche der „Freizeit“ weiterhin viel Erfolg.

Ausführliche ​Informationen auf den Webseiten:

FreizeitMesse.de

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Zwischen Kaffeenot und Grenzkontrollen

Reisen bildet, sagt man. Und die ITB, das Epizentrum der Tourismusbranche, sollte ein Abbild aller Länder der Welt sein – mit all ihren kulinarischen, kulturellen und logistischen Feinheiten. Doch wer dachte, sich auf der ITB in Berlin einmal quer durch die Welt schlemmen zu können, der wurde dieses Jahr auf eine harte Probe gestellt.

Espresso? Fehlanzeige!

Ein Besuch in der italienischen Halle verspricht Dolce Vita pur – dachte man. Doch wer sich auf einen feinen Espresso oder wenigstens einen halbwegs trinkbaren Cappuccino gefreut hatte, wurde bitter enttäuscht. Statt dampfender Siebträgermaschinen; gähnende Leere. Italien ohne Kaffee – das ist wie Venedig ohne Gondeln oder Rom ohne Papst, schlichtweg undenkbar! Und als ob das nicht schon genug wäre: Auch die legendäre Pizza war unauffindbar. Offenbar hatte die kulinarische Transition bereits begonnen – nur leider nicht im Sinne der Besucher.

Grenzkontrollen der besonderen Art

Wer nach Bayern gelangen mochte – wohlgemerkt auf der ITB, nicht im echten Leben – musste sich mit Grenzkontrollen der besonderen Art auseinandersetzen. Die Eingänge zum bayerischem Stand waren gut bewacht und dessen „Bewohner“ gut von neugierigen Blicken abgeschirmt. Nur durch einen Zaun konnte man die bajuwarische Heimat bestaunen – als stünde man vor Schloss Neuschwanstein, ohne dieses betreten zu dürfen. Wäre da noch der Verfassungsschutz gewesen, hätte man sich glatt wie im Urlaub gefühlt.

Abgeführt am Stand von German Travel

Wehe dem Journalisten, der es wagte, sich in der deutschen Reisebranche unauffällig zu verpflegen! Wer am Stand von German Travel eine Erfrischung suchte, wurde offenbar direkt als Störenfried entlarvt, sofort gemeldet und umgehend entfernt. Ob dies an übermäßigem Kaffeedurst oder an der Angst vor kritischen Fragen lag konnte nicht festgestellt werden. Sicher ist nur: Hier war investigativer Journalismus gefährlicher als Deutschland ausschließlich in einem vorteilhaften Licht darzustellen. 

Breakfast in America – Make America great again!

Während die Tourismusorganisation VUSA ein Frühstück für Journalisten im CityCube servierte, musste die ITB-Amerikas-Ankündigung/ITB-Amerikas-Premiere im Marshall Haus ohne kulinarische Begleitung auskommen. Jeder fachkundige Reisejournalist wusste natürlich genau, wohin er sich orientieren sollte. Denn die Messe Berlin vermag es, Pressekonferenzen richtig gut darzustellen, doch nicht wirklich, sie mit Inhalten zu füllen. Wenn halt nur der knurrende Magen gefüllt werden kann – Transition eben – läuft alles nur noch zugunsten von Avataren und KI hinaus.

Alles PR oder was?

Transition lautete das breite Motto des kostenlosen ITB-Kongresses. Und wer sich darunter tiefgreifende Erkenntnisse und spannende Diskussionen erhofft hatte, wurde bald eines „Besseren“ belehrt: Meistens gab es hier nur PR-Geblubber und Eigenwerbung. Der echte Workshop zur Transition – also jener mit echten Inhalten – kostete natürlich extra. Übergangsweise konnte man sich aber auch mit einem Gratis-Lächeln der Ticketverkäuferin begnügen, die mit QR Code einsam und verloren auf potenzielle Teilnehmer wartete.

Die massive Orientierungslosigkeit

Auf dem Messegelände ging es hingegen weniger um Transition als um Navigation. Wer in einem der vielen Gänge stecken blieb, benötigte mehr als eine digitale Karte – nämlich einen echten Reiseführer! Doch leider waren solche nicht in Sicht, und die studentischen Aushilfen wussten oft selbst nicht, wo es langging. So entpuppte sich ein Messebesuch als ultimative Reise-Challenge: ITB-Explorer Edition.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Reisen ist und bleibt ein Abenteuer – selbst, wenn man nur auf die Messe Berlin geht!




Reisemesse Dresden – klein und fein

Die Reisemesse Dresden in Sachsen ist seit 30 Jahren beliebt. Mit ihrer überschaubaren Größe bietet sie eine beeindruckende Vielfalt an Destinationen und Reiseangeboten. Besonders stark vertreten sind die Dresdner Busbetriebe, die gleichzeitig eigene Reisebüros betreiben. Von daher verwandelt sich das Gelände während der Messetage in das wohl größte Reisebüro der Stadt.

Neben zahlreichen Informationsständen erwarten die Besucher spannende Vorträge in separaten Räumen. Sie gewähren Einblicke in faszinierende Reiseziele. Eindrucksvoll verbindet das Messezentrum selbst Alt und Neu: Es befindet sich auf dem Gelände eines ehemaligen Schlachthofs und vereint historische Architektur mit modernen Elementen.

Ob individuell für Entdecker oder ob für Gruppenreisende – die Reisemesse Dresden ist eine inspirierende und Reisefreude entfachende Plattform für Fernweh-Geplagte jeglicher Couleur.




Lehren aus dem Bauernkrieg

2025 jährt sich das Verfassen der „12 Artikel von Memmingen“ und damit der Beginn der Bauernkriege zum 500. Mal. Diese historischen Ereignisse markieren eine der ersten großen Revolten in Europa, in denen Menschen ihre Rechte auf Freiheit, Gerechtigkeit und Teilhabe einforderten. In Memmingen wird dieses Jubiläum mit Veranstaltungen, Ausstellungen und einem besonderen Brot gefeiert. Ein Brot von kräftigem, rustikalem Geschmack, das nach traditionellen Rezepten aus vor 500 Jahren gebacken wird. Doch was lässt sich heute aus den Bauernkriegen lernen?


Der Ursprung der 12 Artikel: Ein Aufschrei gegen Ungerechtigkeit

Im Frühjahr 1525 formulierten Bauern aus verschiedenen Regionen des Heiligen Römischen Reiches ihre Forderungen in den „12 Artikeln“ – einem damals revolutionären Dokument. Darin forderten sie unter anderem das Ende der Leibeigenschaft, gerechte Abgaben, das Recht auf freie Wahl von Geistlichen und den Zugang zu Wäldern und Gewässern. Die Artikel spiegelten den tiefen Wunsch wider, sich aus der Unterdrückung durch Feudalherren und Klerus zu befreien.


Die Lehren aus den Bauernkriegen

Die Bauernkriege endeten in einer blutigen Niederschlagung der Aufstände, doch sie hinterließen ein Vermächtnis: das Bewusstsein, dass soziale Ungerechtigkeit nicht gottgegeben, sondern von Menschen gemacht ist. Dieses Jubiläum ist eine Gelegenheit, sogar unsere heutige Gesellschaft kritisch zu betrachten.

1. Rückschritt oder Fortschritt?

Während die damaligen Bauern gegen die feudalen Strukturen ankämpften, drängt uns die heutige Wirtschaftsordnung erneut in Abhängigkeiten. Denn Multinationale Konzerne und Finanzeliten bündeln zunehmend ihre Macht, was vielen Menschen das Gefühl vermittelt, dass der Wohlstand immer ungerechter verteilt wird.. Die Gefahr eines „modernen Feudalismus“ – mit Überlegenheit der Wirtschaft – ist heute wieder real.

2. Genug für alle?

Trotz beachtlicher technologischer Fortschritte und wirtschaftlichem Wachstum leiden noch immer Millionen von Menschen an Hunger. Es gäbe zwar genügend Ressourcen, um allen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Die Bauernkriege ermahnen uns, dass gesellschaftliche Gerechtigkeit nicht nur ein Ideal, sondern eine Notwendigkeit ist.

3. Die Ökologie der Zukunft

Einst forderten die Bauern den Zugang zu natürlichen Ressourcen. Heute steht die Welt vor der Herausforderung, Ökologie und Wirtschaft zu versöhnen. Nachhaltigkeit muss auf die Agenda – nicht nur als Schlagwort, sondern als Handlungsprinzip.


Memmingen erinnert sich – und mahnt

In Memmingen wird das Jubiläum genutzt, um über die Bedeutung von Freiheit, Gerechtigkeit und Verantwortung nachzudenken. Das Projekt „Courage“ setzt sich für eine offene Diskussion über die gesellschaftlichen Herausforderungen ein. Von Vorträgen über Kunstinstallationen bis hin zu traditionellen Festen – die Veranstaltungen laden dazu ein, Geschichte und Gegenwart miteinander zu verbinden.

Höhepunkt ist das Backen eines besonderen Brotes, das nach den Rezepten jener Zeit hergestellt wird. Es symbolisiert die Hoffnung auf eine gerechtere Welt, in welcher alle genug zum Leben haben.


Was steht auf der Agenda?

Angesichts des 500-jährigen Jubiläums und der aktuellen globalen Herausforderungen stellen sich zentrale Fragen:

  • Wie können wir soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit verbinden?
  • Weswegen gelingt es uns nicht, Hunger und Armut zu beenden, obwohl die Mittel dazu vorhanden wären?
  • Welche Verantwortung tragen Organisationen wie das Weltwirtschaftsforum (WEF), das oft mehr Scheinheiligkeit als Lösungen offenbart?

Ein Aufruf an uns alle

Die Geschichte der Bauernkriege betrifft nicht nur Historiker, sondern uns alle. Die Themen, die damals brannten, sind heute relevanter denn je: Gerechtigkeit, Freiheit und der Kampf gegen Ungleichheit. Es liegt an uns, diese Lehren von 1525 ernst zu nehmen und für eine Welt einzustehen, in der es genug für alle gibt.

Hinsichtlich „Memmingen“ können wir uns nach der Bedeutung von Freiheit orientieren. Es ist an der Zeit, darüber zu diskutieren. Freiheit ist ein hohes Gut und die Grundlage von Demokratie und Menschenrechten, das sollten wir immer bedenken.




Strassenmusik bringt Lebensfreude

Strassenmusik – sie belebt Städte, bringt Lebensfreude und sorgt für Abwechslung im oft grauen Alltag. Ob fröhliche Melodien, mitreissende Rhythmen oder nachdenkliche Balladen – Strassenmusiker lassen Passanten innehalten. Doch hinter der romantischen Vorstellung von spontanen Klängen auf öffentlichen Plätzen verbirgt sich eine komplexe Realität.

Ein schmaler Grat zwischen Kunst und Überleben

Leider wird Strassenmusik häufig als Bettelei stigmatisiert. Es bestehen Berichte über organisierte Gruppen, die den ganzen Tag über arme Leute spielen lassen. Abends wird das Geld eingesammelt, und die Musiker selbst leben unter prekären Bedingungen. Diese Strukturen versucht die Polizei zu verhindern. 

Zugleich wird Strassenmusik als Gewerbe behandelt. Genehmigungen sind Pflicht, und Musiker sollen „vorspielen“ und eine Gebühr entrichten. Solche Regularien werfen die Frage auf: Ist Straßenmusik wirklich ein Gewerbe? Oder vielmehr ein kultureller Beitrag, der von Bürgern geschätzt wird und zur Belebung des öffentlichen Raums beiträgt?

Strassenmusik ist ein hartes Geschäft. Die Einnahmen reichen oft kaum, um die einfachsten Bedürfnisse zu decken, geschweige denn ein Hotel zu finanzieren. Wer populäre Stücke spielt und dabei ausdauernd ist verdient etwas – doch der Kontakt mit dem Publikum bleibt meist flüchtig. Ein flüchtiges Lächeln, ein Münzwurf – selten kommt es zu einem echten Austausch.

Und, bevor überhaupt Geld verdient werden kann, Einkaufsstraßen in großen Städten und populäre Urlaubsdestinationen erwachen zunehmend durch kommerzielle Einflüsse zum Leben. In diesem Kontext wird Straßenmusik zur Randerscheinung und verliert sich unter der Aufmachung des Kommerzes, sodass sie aus der allgemeinen Wahrnehmung verschwindet.

Strassenmusik als örtliche Veranstaltung

Es existieren jedoch auch Beispiele von der Wertschätzung der Strassenmusik. Das Bardentreffen in Nürnberg ist eine der grössten Veranstaltungen dieser Art und zeigt, wie Strassenmusik zu einem Konzertevent wird. Mit Bühnen und finanzieller Unterstützung lockt das Festival jährlich Tausende Besucher an.

Das Bardentreffen könnte auch für kleinere Orte ein Vorbild sein. Die Förderung von Strassenmusik – sei es durch gezielte Veranstaltungen, kleine finanzielle Anreize, Finanzierung der Reise – wäre ein Schritt, um den kulturellen Wert dieser Kunstform anzuerkennen. Straßenmusik ist mehr als nur Unterhaltung: Sie belebt die Städte zusätzlich, schafft Begegnungen und erinnert uns daran, wie viel Freude in der Einfachheit der Musik liegt.

Es ist an der Zeit, die Straßenmusik als bereichernden Teil des urbanen Lebens zu schätzen – ebenso wie die Künstler selbst!

☀🌟☀

Die Links innerhalb des Textflusses führen zum Bardentreffen auf der Weltkarte.




Wird Kur zum Luxusgut?

Einst waren Kuren ein selbstverständlicher Teil der Gesundheitsvorsorge. Arbeitnehmer wurden via Rentenversicherung zur Kur geschickt, um ihre Arbeitskraft zu erhalten und länger gesund zu bleiben. Diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. Heute hört man mehr Begriffe wie „Rehabilitation“ – zielgerichtete Maßnahmen, die oft erst nach Erkrankungen oder Operationen in Anspruch genommen werden. Doch was bedeutet dieser Wandel für die Gesellschaft?

Vergangenheit: Prävention statt Reparatur

In der Blütezeit des Kurwesens stand die Prävention im Mittelpunkt. Heilbäder wurden gezielt genutzt, um die Gesundheit der Menschen zu fördern. Das Ziel war, Krankheiten vorzubeugen und sich ordentlich zu erholen. Das Kurwesen war eng mit sozialen Gedanken verknüpft. Arbeitnehmer aller Schichten profitierten, und die Kuren hingen nicht vom Einkommen ab.

Gegenwart: Reha statt Prävention

Heute geht es primär um Rehabilitation. Ein Aufenthalt wird nur gewährt, sofern bereits ein gesundheitlicher Schaden eingetreten ist. Besonders ältere Menschen stehen hier im Fokus – oftmals unter der Fragestellung, ob sich teure Eingriffe wie künstliche Gelenke überhaupt noch lohnen. Fehlt das Geld, sind Rentner zum Leiden verurteilt. Privatversicherte hingegen sehen sich hierbei oft deutlich besseren Bedingungen gegenüber. Doch kann man eine solche Ungleichheit in diesem Gesellschaftsbereich als gerecht ansehen?

Während gutbetuchte Menschen Wellness-Angebote und luxuriöse Spa-Aufenthalte nutzen, bleibt die klassische Kur für viele unerschwinglich. Hingegen könnten Investitionen in Prävention langfristig Kosten senken und generell die Gesundheit fördern. Dennoch sehen Krankenkassen offenbar keine Notwendigkeit, in die Vorsorge zu investieren.

Zukunft: Kuren im Ausland?

Die steigenden Lebenshaltungskosten und Altersarmut in Deutschland treiben immer mehr Menschen ins Ausland. Tschechien, Bulgarien oder Ungarn bieten preiswerte Alternativen. Doch auch dort steigen die Preise, und „die goldenen Zeiten der Kurorte“ verblassen. Franzensbad, einst Treffpunkt der Elite, ist heute primär auf tschechische Reha-Patienten angewiesen.

Viele historische Kurhäuser könnten erneuert werden, doch fehlt das Geld dazu. Nur wenige Betreiber schaffen es, Franzensbads Tradition mit Naturheilmethoden und nostalgischem Charme am Leben zu halten.

Demografischer Wandel: Eine Herausforderung

Die alternde Gesellschaft und sinkende Kaufkraft von Rentnern werfen Fragen auf. Immer mehr ältere Menschen benötigen Unterstützung, weil die Altersarmut zunimmt. Der Druck auf die Renten- und Gesundheitssysteme wächst daher, und die steigenden Kosten für Wohnen und Lebensmittel belasten vor allem die Schwächsten.

Eine vertane Chance?

Langfristig profitieren könnten die Krankenkassen durch gezielte Investitionen in die Gesundheitsprävention. Gesündere Menschen verfügen über eine höhere Lebensqualität, was auch geringere Folgekosten für das Gesundheitswesen erzeugt. Doch stattdessen werden in anderen Bereiche Milliarden gepumpt, so etwa in die Kriegsindustrie. Eine zukunftsorientierte Gesundheitspolitik, in welcher immer besonders Vorsorge gefördert wird, scheint in weiter Ferne.

Das Kurwesen, einst Symbol für soziale Gerechtigkeit, droht zur Randerscheinung zu werden. Die Frage bleibt: Möchten wir uns diese Entwicklung wirklich leisten?




DeutschlandTicket: Tourismus – nein danke


Das DeutschlandTicket, ein Meilenstein im deutschen Nahverkehr, bietet für wenig Geld einen Monat unbegrenztes Reisen im Regionalverkehr. Für Touristen könnte es ein unschlagbares Angebot sein; einfach und entspannend. Doch in der Reisebranche spielt das Ticket keine Rolle. Bei „Tourismus Bayern“ beispielsweise verweigert man sich der Diskussion dazu. Viele Gespräche ergeben dies.


Zwei amerikanische Reisende berichteten kürzlich begeistert von ihrer Flexibilität, mit dem DeutschlandTicket regionale Städte erkunden zu können. Denn einige Verkehrsverbünde ermöglichen auch Touristen den Kauf des DeutschlandTickets, beispielsweise der Stuttgarter Verkehrsverbund, aber eben nicht einmal „Tourismus Bayern“. Dies, obwohl es seitens der Regierung als Pendlerticket gedacht ist, was allerdings nie wirklich funktionierte. So wird das DeutschlandTicket oft „nur“ für Ausflüge genutzt, oder Bekannte werden damit besucht. Weshalb kann das – möchte das – der Tourismus in Deutschland in weiten Teilen nicht sehen? Touristen sind außerhalb der Pendlerzeiten unterwegs, und unkomplizierte Mobilität ist ihnen immer willkommen. Dabei könnte doch das DeutschlandTicket besonders kleineren Gemeinden und ländlichen Regionen als Tourismusdestinationen Attraktivität verleihen – trotz des schlechten Rufs der Deutschen Bahn.


Zahlreiche Bahnfahrer berichten von frustrierenden Erfahrungen: Unpünktlichkeit, Zugausfälle, unklare Ansagen und fehlendes Personal prägen das Bild. Hinzu kommen sprachliche Barrieren, denn Informationen bestehen meist nur auf Deutsch. Es ist klar; abgesehen vom DeutschlandTicket müsste die Politik den öffentlichen Verkehr generell stärken. Deren Fokus darf nicht ausschließlich auf den Individualverkehr gelegt werden. Langfristig nachhaltige Investitionen in Zuverlässigkeit und Service wären dringend notwendig, um das Potenzial des DeutschlandTickets voll auszuschöpfen.


Der Tourismus sollte den öffentlichen Verkehr in seine Planung einbeziehen. Tourismus bedeutet „Mobilität“. Überdies könnten in den Kommunen viele Details verbessert werden, attraktiv ausgestattete Haltestellen, Taktfahrpläne und verständliche Informationen sind selten anzutreffen. Ferner wäre es von grossem Vorteil, wenn mehrsprachige Apps entwickelt, gezielte Shuttleangebote zu Sehenswürdigkeiten einführt und der Kauf des DeutschlandTickets erleichtert werden. Auch vergünstigte Eintritte zu Sehenswürdigkeiten und Museen könnte die Attraktivität des Tickets steigern.


Das DeutschlandTicket bietet eine beachtliche Chance, den deutschlandweiten Tourismus zu revolutionieren. Vor allem eine bessere Integration des Nahverkehrs innert touristischen Konzepten sowie eine umfassende Kundenorientierung bietet dazu hohes Potenzial. Gerade in einem Land, das einst für seine Organisation bewundert wurde, ist der aktuelle Zustand nicht einfach zu entschuldigen. Es ist an der Zeit, dass alle Verantwortlichen handeln – zugunsten von Touristen, des Klimaschutzes und der Zukunft des Reisens.




Premiere der Michelin Keys in Frankfurt

Frankfurt, Oktober 2024 – Erstmals wurden die Michelin Keys für Hotels in Deutschland, Österreich und der Schweiz verliehen. Auf dieser feierlichen Veranstaltung zeichnete der Guide Michelin insgesamt 271 Hotels aus, die für exzellente Reiseerlebnisse sorgen. Diese neue Bewertungskategorie soll Reisenden als verlässlicher Maßstab für herausragende Unterkünfte dienen.

Diese Keys verfügen über die selbe Wertigkeit wie die begehrten Michelin Sterne. Michelin kehrt zu seinen Wurzeln zurück, denn in seinen Anfangszeiten wurden ebenfalls Hotels empfohlen. Und Hotels sind für Reisende von hoher Bedeutung, denn die dortigen Erlebnisse prägen. 

Mit der Einführung der Michelin Keys möchten wir Reisenden eine Orientierung bieten, um Hotels zu finden, die durch außergewöhnlichen Service, Komfort und Ambiente hervorstechen.“
Gwendal Poullennec, internationaler Direktor

Die Kriterien für die Michelin Keys

Die Vergabe der Keys basiert auf anonymen Bewertungen, und zwar mittels 300 Inspektoren, welche die Hotels besuchen:

1. Verbindung zum Reiseziel
Hotels sollten eine enge Verbindung zum regionalen Umfeld bieten und das Reiseziel auf besondere Weise widerspiegeln.

2. Design und Architektur
Die Inneneinrichtung sowie die Architektur des Hotels sollen herausragend sein und zur Atmosphäre des Aufenthalts beitragen.

3. Servicequalität und Komfort
Die Qualität und Konsistenz des Services sowie der allgemeine Komfort des Hotels sind zentrale Bewertungsfaktoren.

4. Preis-Leistungs-Verhältnis
Es wird darauf geachtet, dass das Erlebnis im Hotel in einem angemessenen Verhältnis zum Preis steht.

5. Individualität und Authentizität
Hotels sollten über eine eigene Persönlichkeit verfügen und durch einen unverwechselbaren Charakter punkten.

In Deutschland wurden unter anderem das Hotel Bareiss und die Traube Tonbach im Schwarzwald mit der höchsten Auszeichnung von drei Michelin Keys prämiert. Beide Häuser bieten gehobenen Service, beeindruckende Wellness-Bereiche und eine Verbindung zur regionalen Kultur.

Durch die Keys finden auch kleine fantasievolle Hotels, wie die Villa Mittermeier, dankbare Gäste. Ebenso günstige Hotels kommen in den Genuss der Keys. So kostet ein Doppelzimmer im Hotel Meintzinger Euro 130,-. Die Betriebe werden auf ihren Webseiten gelistet. Mitarbeitende helfen gern bei jeder Buchung und verhelfen dem Gast auch rasch zu einer nötigen Umbuchung.

Hotels können sich bei Michelin melden, vielleicht wird Ihr Hotel ausgewählt, und Sie sind bei der nächsten Prämierung dabei. Ferner können Hotels mit einem Key daran arbeiten, einen zweiten Key zu erlangen. Im Zentrum des Michelins steht immer die Authentizität eines Hotels.

Um rasch viele Hotels listen zu können, wird mit Tablet Hotel aus New York zusammengearbeitet. Seit 20 Jahren werden schöne Hotels auf der ganzen Welt gesucht. Nun will Michelin das Wissen nutzen. Die ausgezeichneten Hotels werden auf der Webseite www.guide.michelin.com gelistet.

Webseite, wo sich Hotels anmelden können


Die Links innerhalb des Textes führen zu den entsprechenden Orten auf der Weltkarte und zum Michelin Guide.




Busreisen Workshop

Wo holen sich die Busunternehmen ihre Reiseideen, und wo finden bestenfalls Besprechungen statt? Hierfür ideal sind Treffen mit übersichtlichen Rahmenprogrammen, also eine Reisemesse mit gemeinsamem Essen. Dort entstehen gute Netzwerke. Ich als Reisejournalist kann daran teilnehmen und über den Tourismus sprechen. 

Am Busreisen Workshop in Oberschleissheim wurde das Schloss und die Aussenstelle des Deutschen Museums nahe des Flughafens besucht. Prima Einblicke in die Geschichte der Fliegerei gewann ich dabei.

Auf der Reisemesse präsentierten sich vor allem DMC, Hotels und Destinationen aus Deutschland, Slowenien, Österreich und der Schweiz. Eine Gelegenheit für konstruktive Gespräche, da sich auf Messen stets Vertriebsbeauftragte finden. Einige Ideen konnte ich mitnehmen und Anfragen für Pressereisen und Seminare zur KI starten.

Busreisen Workshop


Die Links innerhalb des Textflusses führen zu den entsprechenden Orten auf der Weltkarte.