ITB Berlin, die Leitmesse für Tourismus

Die ganze Welt der Touristik blickt im März nach Berlin. Jährlich feiern wir dort den Internationalen Frauentag mit unseren Branchenkollegen aus der GUS und treffen Aussteller und Fachbesucher aus aller Welt. Zu meiner ersten Reise erklärte man mir, „dort kannst du Kontakte knüpfen.“ Heute ist es mehr ein sich Begrüßen und einander Sehen. Anfragen auf der ITB, so scheint mir, landen in einer riesigen Lostrommel. Die Touristiker sind nicht mehr an Kontakte ohne feste Buchungen interessiert.

Heute entpuppt sie sich für mich als Journalisten als beste Messe im Tourismus. Nirgendwo anders finden so viele Pressekonferenzen auf Deutsch oder Englisch statt. Ich tausche mich mit Journalisten aus, erlebe Inspiration, erfahre von neuen Studien und Büchern. Jedoch enttäuschen einige Aussteller, mit ihnen finden kaum noch konstruktive Gespräche statt. Die Fachmesse degenerierte hier und da leider auch in Richtung Meeting-Plattform; Grüppchenbildung und „sehen und gesehen werden“, ohne sich wirklich austauschen zu wollen. Einige Aussteller mussten wir daher schon abmahnen.

Auch die Publikumstage sollten eine Idee mutiger angegangen werden; Aussteller sollten an diesen Tagen ihre Stände mit keinen unbedarften Praktikanten besetzen lassen. Manche Aussteller sollten sich wieder Ergebenheit gegenüber den Reisenden und respektvolleren Umgang mit engagierten Touristikern zugestehen.

Wir nutzen immerzu alle fünf Messetage an der ITB und schätzen es, dass es diese Leitmesse in Berlin gibt. Denn die Berliner Mentalität verkündet sympathische, kontaktfreudige Züge und verleiht der Messe das „i Tüpfelchen“.
ITB- Berlin – grösste Fach- und Publikumsmesse in Europa

Hier einige Bilder;

ITB 2023

Nach drei Jahren Pause öffnete die ITB wieder ihre Toren, diesmal als reine Business-Messe. Für die meisten Aussteller ist das Publikum dort interessant, doch manche Ländervertreter wären gern länger auf der Messe, und viele Berliner vermissten die drei Jahre über die Publikumsmesse.

Zu einigen Begegnungen dort berichtete ich bereits;
amerika.reisen/itb
armenien.reisen/itb-2023
aserbaidschan.reisen/itb
saudi.reisen/itb
sierra-leone.reisen/itb

Folgen werden noch viele Beiträge. Doch vor allem bleibt mir die Erinnerung eines großartigen Anlasses, worauf ich internationale Aussteller antreffen konnte. Erneut vermochte ich unzählige Impressionen auf der Messe einzufangen und führte tolle Gespräche. 

Erneut traf sich die Welt 2024 auf der ITB Berlin. Ein wunderbarer Ort der Begegnung ist sie. Zum ersten Mal konnte ich an der prachtvollen Eröffnung des Gastland Oman teilnehmen.

Für mich ergibt die ITB immer einen Anlass, mich für Frieden und gegen Ausgrenzung einzusetzen. Das stellt sich für geschäftige Aussteller als Spagat heraus.  

Ich habe im Nachgang folgende Presseinformation an die drei wichtigen Tageszeitungen in Berlin (Morgenpost, Berliner Kurier und Tagesspiegel) verschickt.

Auf der ITB Berlin kommt die Welt zusammen!

Es ist immer wieder schön, Freunde aus der ganzen Welt zu treffen und sich über Länder zu informieren. Heute ist die Messe eine Konferenz. Die Stände sind immer noch schön, nur die klassische Information geht unter. Termine machen, Besprechungen führen, das frühere Schlendern, die schönen Geschenke, die Gastfreundschaft oft passe. 

Nachdem ich mich letzten Jahren für den Frieden eingesetzt habe, setzte ich diesmal den Schwerpunkt auf Afrika und Technik. Erstmals habe ich die Pressekonferenzen der ITB besucht. Es sind Präsentationen, kritische Frage nicht willkommen.  

Viele Besucher informieren sich gerne beim Kongressteil der ITB. Das Motto für 2025 lautet: The Power of Transition Lives Here. Doch weshalb kostet gerade der thematische Workshop separat?

Messen haben es schwierig, die ITB geht den Weg einer Businesskonferenz und startet mit The Americas einen Ableger in Guadalajara.

Zur ITB 2025 habe ich einen Bericht mit ein wenig Ironie verfasst

Im Jahr 2026 gehe ich neue Wege. Ich möchte Peaceland als Gastland nach Berlin lotsen und werde weniger auf der Messe vertreten sein als mit den Berlinern über die ITB zu sprechen.

Vom Branchenprofi zum Friedensaktivisten

Inzwischen hat sich mein Fokus gewandelt: Verfolgt habe ich den Weg konsequent weiter und bin heute primär als Friedensaktivist unterwegs. Der Tourismus steht an einem Wendepunkt; ich habe mich gedanklich intensiv über seine Zukunft auseinandergesetzt. Meine aktuellen Impulse dazu findet Ihr unter anderem in meinem neuen Beitrag auf Angolareisen.

Die Ausgrenzung in der Welt nimmt leider weiterhin zu, was das Herzstück des Tourismus, die echte Gastfreundschaft und Begegnung, schwer belastet. Trotz aller Herausforderungen bleibt die ITB eine Insel, worauf „die Welt zusammenfindet“. Genau diesen Dialog möchte ich fördern und die Messe weiterhin als Plattform zur Verständigung nutzen.

In nächster Zeit werden weitere Beiträge auf meinen vielen Webseiten folgen, die den Tourismus aus dieser neuen, friedenspolitischen Perspektive beleuchten. Dies trotz einer gewissen Arroganz und Ignoranz einiger Aussteller. 

Tourismus ist Friedensarbeit. Indem wir zuhören und einander begegnen, lebt Frieden und Menschlichkeit auf. 




FESPO – die grösste Ferienmesse der Schweiz

Alljährlich findet mit der FESPO die grösste Ferienmesse der Schweiz in Zürich statt. Wir besuchen diese immer gerne. Turnusgemäß nutzen diese Gelegenheit Veranstalter aus Deutschland, um den Schweizer Markt kennenzulernen. Hier treffen wir vor allem unsere Branchenkollegen. Anhand des jeweiligen Gastlandes wissen wir, wer im aktuellen Jahr an der FESPO den Schwerpunkt legt. Wir stellen leider öfters fest, dass dessen Strategie, den Schweizer Markt zu bearbeiten und zu beleben, mit seinem Jahr als Gastland endet.

Die Organisatoren der FESPO verfahren äußerst professionell. Obwohl sie ein bisschen unter dem Diktat der „Messe Zürich“ leiden, was besonders die gastronomische Vielfalt einschränkt. Für Journalisten wird vor ihrer Eröffnung ein Presserundgang organisiert. Dort können allen Ausstellern Fragen gestellt werden.

Zur Webseite der FESPO;
FESPO Zürich mit Golfmesse

Eine ganze Halle ist beispielsweise allein für die Golfmesse reserviert. Nachfolgend Einblicke zur FESPO 2019;

Nach dreijähriger Pause hat die FESPO 2023 ihre Türen geöffnet. Die Reiselust ist hoch, die Messe gut eingebucht und besucht. Wieder hat ein informativer Messerundgang für Journalisten stattgefunden. Adrian Erni, der Pressesprecher, der Messe hat geschickte Fragen gestellt, der Messeleiter Stephan Amstad mit gründlichem Hintergrundwissen beigetragen. Gerne habe ich die mir vertrauten Gesichter begrüsst.

Die FESPO habe ich kurz nach dem Rundgang verlassen müssen, da zuhause noch Nacharbeit der Messen vom Januar 2023 liegt.

Dennoch, zwei Beiträge entstehen nun zu den Ausstellern der FESPO 2023; einmal „Slowenien hinsichtlich Golf“, zweitens ein Reiseprogramm zu Simbabwe.

Ich werde die FESPO 2026 gerne wieder besuchen, und vielleicht gelingt es mir, über die Zukunft des Reisetourismus Diskussionen zu führen. Dieses Jahr plane ich, meine Schweizreisen konzeptionell zu überdenken und mit mehr Inhalten zu füllen.

Viele Inhalte dazu könnte ich auf meinen Webseiten präsentieren.

https://reisemarken.com/reisemarken/marken/laender/

Rückblick auf die FESPO 2026

Die FESPO in Zürich hat auch 2026 ihren Status als wichtigster Treffpunkt für Reisebegeisterte untermauert. In den Messehallen ist die Reiselust förmlich greifbar gewesen. Besonders die Themen Kreuzfahrten und Afrika sind in diesem Jahr überragend stark vertreten gewesen. Mit über 600 Vorträgen hat die Messe ein Informationsprogramm geboten, das kaum Wünsche offen gelassen hat.

Politische Akzente und neue Projekte

Neben der reinen Urlaubsplanung hat mir die Messe Raum für Gespräche geboten. Ein Schwerpunkt meiner Besuche ist der Austausch mit deutschen Vertretern gewesen, um mich für ein stärkeres Engagement hinsichtlich des DeutschlandTicket im grenzüberschreitenden Verkehr einzusetzen.

Als besonderes Highlight hat sich die Vorstellung des Projekts Peaceland.berlin erwiesen. Gemeinsam mit Vertretern aus Uganda und Moldawien habe ich dieses spannende Vorhaben, das auch auf der ITB in Berlin im Fokus stehen wird, präsentiert. Es zeigt eindrücklich, wie Tourismus als Brückenbauer fungieren kann. Moldawiens Reisemarkt-Delegation hat sich dem gegenüber allerdings ablehnend gezeigt, denn diese hat in Zürich darauf abgezielt, Geschäfte zu machen.

Medien, Lounge-Feeling und Fachvorträge

Die Medienpräsenz ist 2026 gewohnt hoch, wenn auch mit unterschiedlichen Ansätzen:

  • Ein grosszügiger Café-Bereich dominiert die Szenerie, welche jedoch überraschenderweise auf die Präsenz von Journalisten vor Ort verzichtet.
  • Das TravelMagazin hingegen punktet mit einer einladenden Lounge und spannenden Vortragsreihen, eine perfekte Plattform für vertiefende Diskussionen.

Inspiration von Botswana bis Montenegro

Ich habe die Chance genutzt, in verschiedene Reisewelten der Präsentationen einzutauchen. Besonders inspirierend sind die Vorträge zu Botswana (Africa Design Travel) sowie die Einblicke in Destinationen wie Mauretanien gewesen. Auch die klassischen Veranstalter haben wertvolle Inputs gesetzt: Bei Hotelplan haben aufstrebende Ziele wie Montenegro und Bulgarien im Vordergrund gestanden.

Ein Wermutstropfen bleibt jedoch: Trotz global wachsender Bedeutung fristet der Gesundheitstourismus weiterhin ein Schattendasein auf der Messe. Hier fehlen leider kompetente Ansprechpartner, um dieses wichtige Feld adäquat abzubilden.

Fazit

Die FESPO 2026 ist eine rundum gelungene Messe gewesen. Einmal mehr hat sie bewiesen, dass der persönliche Austausch und die professionelle Beratung durch nichts zu ersetzen sind. Wer Inspirationen für Ferien in der Schweiz sucht, sollte nach Zürich kommen.