Reisezeit

Touristisches Potenzial liegt brach

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Wangen an der Aare könnte ein Schmuckstück sein: eine Altstadt direkt an der Aare, ein historisches Städtli mit besonderem Flair, ein Ort, der durch Kultur und Tourismus an Lebendigkeit gewinnen könnte. Doch die Realität wirkt anders. Bei einem Besuch zeigt sich: das Potenzial ist da, genutzt wird es kaum, und auf neue Ideen reagiert man eher abweisend. Wer oder was versagt hier wohl?

Ein leerstehender Kiosk als Brennpunkt

Ein Symbol für die verpassten Chancen ist der seit Jahren leerstehende Kiosk beim Städtli. Die Gemeinde hatte ihn zwar erworben, doch über die Zukunft schweigt man. Mit einer Idee, daraus eine touristische Informationsstelle und kulturelle Anlaufstelle zu errichten, habe ich mich an die Verantwortlichen gewandt, nämlich als Liedermacher und Reisejournalist mit Erfahrung in solchen Projekten. Der Gedanke: Lebensqualität entsteht nicht nur durch Finanzen, sondern durch Engagement der Bürger.

Die Resonanz blieb bislang jedoch aus. Und bei einem spontanen Besuch wurde mir deutlich gezeigt, dass Fragen nach der Zukunft des Kiosks nicht willkommen sind. Zwei Männer, die am Gebäude arbeiteten, reagierten schroff, als ich nach einer möglichen Nutzung fragte. Anstatt mir Auskunft zu geben, wurde ich abgewiesen. Was für mich einen Moment abbildete, der sinnbildlich für die Haltung im Ort steht.

Ernüchternde Gespräche im Städtli

Auch in den Lokalen zeigt sich wenig Aufbruchstimmung. Ein Kellner meinte nüchtern, es sei „mal so, mal so“, je nachdem was gerade los sei. Eine Cafébesitzerin reagierte auf das Thema Tourismus ebenso verhalten – selbst als ich die internationale Partnerschaft mit Bled in Slowenien ansprach, auf die ich in einem eigenen Reisebericht hingewiesen hatte, welcher die Schweiz slowenischen Reisenden näherbringen dürfte. Von Offenheit gegenüber Austausch oder gemeinsamer Entwicklung war hierbei wenig zu spüren.

Parkplätze statt Aufenthaltsqualität

Wer durch die Altstadt geht merkt schnell, wie Autos das Bild bestimmen. Während andere Kleinstädte bewusst auf autofreie Zonen setzen, um Besuchern eine einladende Atmosphäre zu bieten, reiht sich in Wangen Parkplatz an Parkplatz. Ein Widerspruch zu dem, was Tourismus heutzutage bräuchte: Räume zum Verweilen, Flanieren und Entdecken.

Fazit: eine verschlossene Haltung

Wangen an der Aare könnte ein lebendiges, kulturell geprägtes Reiseziel werden. Doch derzeit dominiert eine Haltung, die eher abschottet, als öffnet. Engagement von außerhalb wird nicht begrüßt, Ideen für eine touristische Belebung verhallen. So bleibt die Stadt ein Ort, der sein Potenzial liegenlässt. Was nicht mangelnder Möglichkeiten, sondern der Mentalität seiner Bürger geschuldet ist.

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